BDL | 10.06.2026
Konkrete Maßnahmen zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit müssen folgen
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) begrüßt das Leitbild der von Bundeskanzler Friedrich Merz auf der ILA 2026 vorgestellten Nationalen Luftfahrtstrategie – vermisst aber konkrete Maßnahmen. „Das gemeinsame Leitbild, Deutschland als führende Luftfahrtnation in Europa – wettbewerbsfähig, technologisch stark, souverän, resilient und nachhaltig – ist richtig und zukunftsweisend. Erstmals werden zivile Luftverkehrswirtschaft, Luftfahrtindustrie und militärische Erfordernisse gemeinsam adressiert“, sagt BDL-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Lang. Nach Einschätzung des BDL bietet die Luftfahrtstrategie jedoch nur eine begrenzte Handlungsgrundlage für die Luftverkehrspolitik der kommenden Jahre.
„Über das Leitbild hinaus fehlt es an einer mit konkreten Maßnahmen hinterlegten Strategie für die Stärkung des Luftverkehrsstandortes Deutschland. Dies betrifft vor allem die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere Bereiche wie staatliche Standortkosten, regulatorische Entlastung, Digitalisierung sowie Tourismus und Konnektivität. Nötig sind auch Maßnahmen, mit denen die Anbindung der Wirtschaftsstandorte an internationale Drehkreuze sichergestellt wird. Eine zukunftsgerichtete Strategie zeichnet sich dadurch aus, dass sie – auch unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit der notwendigen Haushaltsmittel – Maßnahmen aufzeigt, mit denen das Leitbild in die Wirklichkeit überführt werden kann“, betont Dr. Lang.
Der Handlungsbedarf ist groß. Deutschland zählt nach wie vor zu den Ländern mit der schwächsten Entwicklung des Luftverkehrs nach der Corona-Pandemie. Aufgrund der überhohen staatlichen Standortkosten gelingt es dem Luftverkehr ab Deutschland auch weiterhin nicht, die Lücke zum restlichen Europa zu schließen. Während das Luftverkehrsangebot in Deutschland im Sommer 2026 nur 89 Prozent von 2019 beträgt, wird in den meisten europäischen Ländern mehr geflogen als jemals zuvor. Im Sommer 2026 erreicht das Angebot in Europa im Durchschnitt 111 Prozent von 2019, ohne Deutschland sogar 116 Prozent.
Dr. Lang: „Wer den Luftverkehrsstandort Deutschland stärken, Arbeitsplätze sichern und die internationale Anbindung unseres exportorientierten Landes erhalten will, muss staatliche Kosten, Bürokratie und wettbewerbsverzerrende Belastungen konsequent reduzieren.“
Antrag von CDU/CSU und SPD: Nötiges Maßnahmenpaket zur Nationalen Luftfahrtstrategie
Begrüßenswert ist daher aus Sicht der deutschen Luftverkehrswirtschaft der parallel von den Bundestagsfraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachte Antrag „Zukunft der Luftfahrt in Deutschland und Europa sichern“. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, 19 konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Luftfahrtstandorts Deutschland und der Anbindung der deutschen Flughäfen umzusetzen. Dabei geht es unter anderem um weitere Entlastungsschritte nach der Senkung der Luftverkehrsteuer, den Abbau von regulatorischen
Antworten zur Umsetzung der Nationalen Luftfahrtstrategie“, sagt BDL-Hauptgeschäftsführer Dr. Lang.
Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft e. V. (BDL)
Haus der Luftfahrt / Friedrichstraße 79 / 10117 Berlin / www.bdl.aero
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wurde 2010 als gemeinsame Interessenvertretung der deutschen Luftverkehrswirtschaft gegründet. Mitglieder des Verbandes sind Fluggesellschaften, Flughäfen, die Deutsche Flugsicherung und weitere Leistungsanbieter im deutschen Luftverkehr.
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